keypointer keypointer.de Nachhaltiger Konsum: Mache den Unterschied!

Welt retten? Eigentlich ganz einfach ...

Wir Konsumenten sind eine seltsame Spezies. Wenn wir über einen nachhaltigen Konsumstil reden, können wir nicht oft genug betonen, dass „Weniger mehr ist“, dass wir uns wirklich grundlegend ändern müssen. Wenn es um die Umsetzung geht, soll hingegen plötzlich alles irgendwie doch so bleiben wie es war. Ein bisschen CO2 hier sparen, ein bisschen dort. Nur einen weltweit verallgemeinerbares Konsumniveau, d.h. z.B. maximal 2-3 Tonnen CO2 pro Jahr und Person, erreichen wir damit nicht.

Im Prinzip wäre das aber kein Problem: Wenn man z.B. 10.000 € in Windkraft investiert, hat man nicht nur eine gut verzinste Geldanlage, sondern be­reits seinen gesamten CO2-Ausstoß von rund 12 Tonnen pro Jahr neu­tralisiert. Das muss ja nicht gleich auf einen Schlag passieren, aber je­der spart doch für die Rente, warum nicht direkt in erneuer­bare Ener­gien investieren? Mit Car-Sharing kann man ökologisch automobil sein. Ohne ein zusätzliches Auto könnten mit Car-Sharing weltweit alle Menschen den gleichen Zugriff auf ein Auto erhalten. Außerdem spart man beim Car-Sharing Geld, das man dann locker in Bio-Le­bensmittel investieren könnte. Mit diesen drei Maßnahmen wäre un­ser Konsumstil bereits heute weitgehend nachhaltig, d.h. ver­allgemeiner­bar auf alle Menschen. Dabei müssten wir nicht einmal gravierende Ände­rungen in unserem Lebensstil hinnehmen: Der Strom käme wei­terhin aus der Steckdose, wir wären weiterhin (auch) auto­mobil und wir wür­den weiterhin essen, was uns schmeckt.

  • Sicherlich sind 10.000 € viel Geld. Wer hindert uns aber daran, dieses Geld anzusparen? Auf fünf Jahre aufgeteilt, wäre dies z.B. eine mo­natliche Sparrate von rund 160 €. Zum Vergleich: Das durch­schnitt­liche Bausparvolumen je Einwohner beträgt bereits über 7.000 €.
  • Car-Sharing ist sicherlich kein Thema für die Gruppe der „desinteres­sierten Autofahrer“, die ca. 30% der erwachsenen Bevölkerung aus­machen. Aber wenn „ÖPNV-Nutzer“, „Rad­fahrer und Fußgänger“ sowie „Wechselbereite Autofahrer“ 58% der erwach­senen Bevölkerung stellen, dann scheitert Car-Sharing bisher weniger an strukturellen Zwängen, denn an „faulen Ausreden“.
  • Bio-Produkte sind teurer. Das ist so. Aber sie sind es offensichtlich auch wert. Der wachsende Markt von Bio-Lebensmitteln zeigt, dass immer mehr Menschen sich mehr Bio-Produkte leisten wollen. Der Satz „Ich kann mir Bio-Produkte nicht leisten“ gehört deshalb eher in die Kategorie „Ich will mir Bio-Produkte nicht leisten“. Wenn man sie sich nicht leisten kann, liegt dies vermutlich nur bedingt an einem zu geringen Einkommen. Es sind die anderen „Verpflichtungen“ wie eine größere Wohnung, ein Auto oder Urlaubsreisen, die bezahlt werden „müssen“. Wie sonst lässt es sich erklären, dass es durchaus auch Ge­ringverdiener gibt, die sich Bio-Produkte leisten können? Oder anders gefragt: Warum kann es sich (fast) „jeder“ leisten, kein Car-Sharing zu betreiben, sondern ein eigenes Auto zu besitzen? Der Tipp „Kauf von Bio-Lebensmitteln“ ist schließlich auch der einzige um­fassende Ansatz, wie Konsumenten nicht nur Energie und Ressourcen einspa­ren, sondern auch einen relevanten Beitrag für das Problemfeld der abnehmenden Biodiversität leisten können.

Wenn wir etwas aus der Finanz- und Wirtschaftskrise lernen können, dann das: Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, dann geht plötzlich vieles, was vorher unmöglich erschien. Das sollte auch für die Klimakrise gelten. Verantwortliche Konsumenten sollten Farbe bekennen. Um die Peanuts kümmern wir uns übermorgen wieder. Heute und morgen ändern wir Grundlegendes. Es ist höchste Zeit!

 

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