Wir Konsumenten sind eine seltsame Spezies. Wenn wir über einen nachhaltigen Konsumstil reden, können wir nicht oft genug betonen, dass „Weniger mehr ist“, dass wir uns wirklich grundlegend ändern müssen. Wenn es um die Umsetzung geht, soll hingegen plötzlich alles irgendwie doch so bleiben wie es war. Ein bisschen CO2 hier sparen, ein bisschen dort. Nur einen weltweit verallgemeinerbares Konsumniveau, d.h. z.B. maximal 2-3 Tonnen CO2 pro Jahr und Person, erreichen wir damit nicht.
Im Prinzip wäre das aber kein Problem: Wenn man z.B. 10.000 € in Windkraft investiert, hat man nicht nur eine gut verzinste Geldanlage, sondern bereits seinen gesamten CO2-Ausstoß von rund 12 Tonnen pro Jahr neutralisiert. Das muss ja nicht gleich auf einen Schlag passieren, aber jeder spart doch für die Rente, warum nicht direkt in erneuerbare Energien investieren? Mit Car-Sharing kann man ökologisch automobil sein. Ohne ein zusätzliches Auto könnten mit Car-Sharing weltweit alle Menschen den gleichen Zugriff auf ein Auto erhalten. Außerdem spart man beim Car-Sharing Geld, das man dann locker in Bio-Lebensmittel investieren könnte. Mit diesen drei Maßnahmen wäre unser Konsumstil bereits heute weitgehend nachhaltig, d.h. verallgemeinerbar auf alle Menschen. Dabei müssten wir nicht einmal gravierende Änderungen in unserem Lebensstil hinnehmen: Der Strom käme weiterhin aus der Steckdose, wir wären weiterhin (auch) automobil und wir würden weiterhin essen, was uns schmeckt.
Wenn wir etwas aus der Finanz- und Wirtschaftskrise lernen können, dann das: Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, dann geht plötzlich vieles, was vorher unmöglich erschien. Das sollte auch für die Klimakrise gelten. Verantwortliche Konsumenten sollten Farbe bekennen. Um die Peanuts kümmern wir uns übermorgen wieder. Heute und morgen ändern wir Grundlegendes. Es ist höchste Zeit!
